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Bericht in der Ärzte Zeitung am Freitag, den 09.11.2001

AUCH DAS NOCH
Der genetische Code als Geschenkidee
Früher tauschten Verliebte gegenseitig ihre Haarlocken aus. Heute darf es auch mal DNA sein, hübsch verpackt als Kette oder Ohrring. mehr ...

Der genetische Code als Geschenkidee

Der Molekularbiologe Harutyn Melkonyan füllt DNA in kleine Anhänger aus Glas

Milchig trüb sieht es aus. Dr. Harutyn Melkonyan gibt das Gemisch in ein Glasröhrchen mit einer fluoreszierenden Alkohollösung. Was futuristisch aussieht und im Dunkeln wahlweise in blau, rot, grün, gelb, orange oder schwarz leuchtet, sind die DNA-Fäden eines Menschen.

DNA als Ohrring und Anhänger: Das Erbgut wird dazu aus Zellen der Mundschleim- haut isoliert.
Foto: DNA4U

Seit September wirbt der Molekularbiologe aus Münster auf seiner Internet-Seite "DNA4U" (DNA für Dich) für die DNA-Schmuckstücke. Statt der Locke der Geliebten kann sich der Verehrer mit ihrem genetischen Code schmücken, als Kette oder Ohrring.

Als er im Grundstudium zum ersten Mal die DNA-Fäden von Pilzen sichtbar machte, kam ihm die Idee. Zwei Jahre tüftelte Melkonyan, ehe er das Verfahren für Isolierung und Konservierung der DNA-Fäden verfeinert hatte. "Ich habe sogar an einem Goldschmiedekurs teilgenommen, um die Verschlüsse selbst herstellen zu können", erzählt er.

Nach seiner Arbeit im Institut für experimentelle Dermatologie an der Uni Münster, stellt er in einem Labor in seiner Wohnung die Anhänger her, die für 32 Euro zu haben sind.

Das Erbgut isoliert er aus Zellen der Mundschleimhaut. Die Kunden spucken in ein Röhrchen, das Melkonyan ihnen mit einer Anleitung zuschickt, und fügen einen "storage buffer" zu. "Ohne diese Flüssigkeit würden die DNA-Fäden nach zehn bis 15 Minuten zu einem Großteil abgebaut."

So lassen sich die Zellen einen problemlos einen Monat lagern, ehe sie zu einem Schmuckstück verarbeitet werden.

Ethische Bedenken hat Melkonyan er keine: "Um einen Menschen zu klonen, müßte man schon die DNA der Stammzellen nehmen." (Bernadette Scheurer)

Weitere Infos dazu unter der Adresse: http://www.dna4u.de/

Hier geht es zum Original-Artikel inder Ärzte-Zeitung.
Und hier zum eingescannten Artikel.

 

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